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Die Liebe vom SebastianseckHeute wäre Freddie Mercury 60 Jahre alt geworden. In München führte der Frontmann von Queen ein Leben - und fand dort eine gute Freundin und seine "Liebe hoch drei". [...] Steinhauser ist ein Bär von Mann. Sein Lokal in der Hans-Sachs-Straße führte er schon zwischen etwa 1982 und 1986. Damals lebte der Sänger in London und auch in München, erst in der Stollbergstraße, dann in Fußnähe zu Frisco und Teddy Bar in der Pestalozzistraße. „Hier in der Teddy Bar war er nur an Fasching“, erzählt Steinhauser, „das war die Faschingshochburg.“ Immerhin, es gibt sie noch. Auch der Ochsengarten in der Müllerstraße, den Steinhauser gepachtet hat und den Mercury oft besucht haben soll, hat der Zeit getrotzt. Doch Steinhausers Läden sind Ausnahmen. Wo das Frisco war, zum Beispiel, ist heute das Padres. [...] Den kompletten SZ-Artikel findet Ihr hier: |
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OchsengartenDas älteste Lederlokal Deutschlands ist ein "Muss" für die Leder- und Fetischfreunde und bekannt in der ganzen Welt. Seit 37 Jahren existiert das Lokal in der Müllerstraße und hat allen Stürmen des Szenelebens getrotzt. Der Ochsengarten ist nach wie vor ein Zentrum der Münchner Szene, in dem sich Fetischfreaks von jung bis alt, von Leder bis Gummi wohl fühlen. Known throughout the world's gay scene, this is the oldest leather bar in Germany and a "must" for leather and fetish friends. For 36 years it has been in Müllerstrasse and has survived all the ups and downs of the gay scene. As always, this is the center of the Munich scene where fetish freaks from young to old, from leather to rubber all feel at home. |
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Abgeledert im OchsengartenGestern und HeuteWer vor 10, 20 oder 30 Jahren erstmalig vorsichtig den Ochsengarten in der Müllerstraße betrat, der kann sich sicher noch gut an die ersten Eindrücke erinnern. Langsam schob man die schwere Türe auf und sah statt wilder Gestalten erstmal nur einen dunklen Vorraum. Nach einem unsicheren Blick um die Ecke stand man in Mitten einer schwarzen Menge, der intensive Geruch von Leder schien einen umzudrücken. Unweigerlich stellte sich nun heraus, ob man sich der "Lederszene" zugehörig befand oder nicht. Diejenigen, deren erster Besuch im Ochsengarten länger als eine Stunde anhielt, kamen von da an sicherlich regel- oder unregelmäßig wieder... Wer heute erstmalig den Ochsengarten in der Müllerstraße betritt, der bekommt als ersten Eindruck auch nur einen dunklen Voraum zu Gesicht. Der späht genauso durch den Vorhang, bevor er die eigentliche Bar endgültig betritt. Im Kopf sind noch die Bilder von unzähligen Tom of Finland-Zeichnungen, von schlechten, alten Leder-Pornostreifen sowie von reißerischen Fernsehberichten über die schwule Lederszene. Zu Gesicht bekommt er dann allerdings eine heitere und bunt gemischte Truppe, neben Schwarz leuchten Blau, Oliv und sogar quietschbunte Farben ins Gesicht, von Ledergeruch kaum eine Spur. Der Ochsengarten wurde im November 1967 als Münchens erste schwule Lederbar eröffnet. Er versteht sich natürlich nach wie vor als solche, ist sicherlich mittlerweile sogar um einiges "ledriger" als in den Anfangszeiten, in denen die schwule Szene noch sehr "übersichtlich" war. Die Einstellungen und Vorlieben der Gäste haben sich in den Jahren kaum geändert, sehr wohl aber deren Outfit. Aus dem Wort "Leder" entwickelte sich mehr und mehr ein Überbegriff für eine Fetisch-Szene, die nicht mehr zwingend am getragenen Leder erkennbar ist. So zählen sich Fans von Uniformen, sei es die amerikanische Flecktarn- oder die französische Feuerwehr-Bekleidung, zur Lederszene wie Kerle in engen Gummianzügen. Der Ochsengarten hat sich in den letzten Jahren auch zur Treffpunkt für Skins aus aller Welt entwickelt, die bekanntlich mit Ausnahme ihrer akribisch geschnürten Boots ohne weitere Bekleidung "tierischen Ursprungs" auskommen. Von Zeit zu Zeit gesellen sich auch gänzlich synthetisch gekleidete Gäste hinzu: der Anteil an hautenger oder weiter Sports-Gear wird in der nächsten Zeit sicherlich noch zunehmen; zu Hause tragen bereits genügend Sportler ihr Radler-, Motocross-, Soccer- oder Wrestling-Outfit. Auch Blaumann und enge Jeans ziehen am passenden Kerl entsprechende Blicke auf sich. Und, dass Lederbekleidung nicht unbedingt schwarz sein muss, zeigen die vielen Motorradfahrer, die ebenfalls quietschbunte Farben in den Ochsengarten tragen. All diese unterschiedlichst gekleideten "Lederkerle" haben aber dennoch die Vorlieben zum geilen und "butchen" Mann, zum derbe(re)n Sex, zum unkomplizierten Kennenlernen, zum direkten Umgang und zum offenen Darstellen ihrer sexuellen Vorstellungen gemeinsam. Und natürlich befinden sich immer einige "echte" schwarze Lederkerle unter den Ochsengarten-Gästen und kommen Dank der insgesamt immer bunter werdenden Leder-Community endlich wieder richtig zur Geltung... |
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Wie der Ochsengarten wurde, was er istEs war einmal ein Nuttentreff, im Herzen des Münchener Rotlichtviertels gelegen. Das Lokal ward, obwohl sich dort nie so große Tiere zeigten, OCHSENGARTEN genannt, und die Gäste mochten es sehr. Die Kellnerin Gusti mochte den Ochsengarten auch sehr. So sehr, dass sie ihn anno 1967 von ihrem Chef übernahm, als dieser sich zur wohlverdienten Ruhe setzte. Gusti hatte allerdings nicht vor, das Lokal, das ja nun ihres war, so weiterzuführen, wie bisher. Inspiriert von einer Amerikareise hatte Gusti eine ganz andere Vorstellung von der Zukunft des Ochsengartens. Sie wollte ihn zum Erblühen bringen. Ganz Frau der Tat warf sich Gusti entschlossen ins Zeug und der Ochsengarten verwandelte sich quasi über Nacht in ein Lokal für Menschen, die sich in einer ganz speziellen Weise für andere Menschen des gleichen Geschlechts interessieren. "Homotreff" sagten die Leute dazu. Unter einem "Homotreff" stellte man sich seinerzeit allerdings etwas Schummriges, Plüschiges vor. Dunkelrote Samtvorhänge, Spiegel mit vergoldeten Rahmen, Flitter und Tand. Der Ochsengarten sah indes ganz anders aus. "Kalt und trostlos" fanden die Leute Gustis Lokal und sie blieben ihm fern. Doch dann kam eines Tages eine gute Fee, die schwarze Lederkleidung und einen stählernen Ring um ihren Zauberstab trug. Diese Fee war eine ganz besondere, denn sie erfüllte nicht etwa Wünsche, sondern hatte selbst einen: Sie wollte ein Ledertreffen veranstalten und suchte Gustis Unterstützung. Schließlich hatte Gusti den Ochsengarten, der ganz besonders gut für ein solches Treffen geeignet schien. Die Fee mochte nämlich keinen dunkelroten Plüsch. Stiefel, Ketten, Poster und Plakate wurden herbeigezaubert, und noch so mancher höchst dekorative Gegenstand aus dem Reich der Lederfeen. Plötzlich war der Ochsengarten eine ganz und gar andere Welt, in der es rustikal aussah und auch dementsprechend zuging. Was aber für Gusti noch viel wichtiger war: Rappelvoll, so berichtet der Chronist, war der Ochsengarten. So voll, dass er gar aus allen Nähten zu platzen drohte. Für Gusti, ihren Ochsengarten und die ganze große Stadt drumherum war dies der Beginn einer neuen Zeit. Der Ochsengarten wurde nämlich, so wie die Fee ihn verzaubert hatte, zu einer absoluten Sensation, die es im rasanten Tempo vom "Geheimtip" über die "Sehenswürdigkeit" zu einer weltweit bekannten Drehscheibe des schwulen Lebens brachte und als Vorbild für viele Lokale allüberall diente... |
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Gusti, die Grand Dame der Münchner Gay-Szene, die bis zuletzt immer wieder bei einem Hütchen in irgendeinem Szenelokal anzutreffen war, verstarb am 12. April 2004. Das Team vom Ochsengarten wird versuchen, die Bar in ihrem Sinne und in ihrem Gedenken weiterzuführen. Wir vergessen Dich nicht!
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